Sterben wäre einfacher

In meinem letzten Beitrag ging es wohl um Selbstliebe, Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl, die mir nach Aussage meiner Therapeutin fehlen. Es ging auch um Selbstachtung und Selbstrespekt, die ich zu Genüge habe… Ich halte mich in der Tat für Etwas Ganz Besonderes. Ich halte mich für einen Menschen, der dazu ausersehen ist, Menschen zu führen. Dieses Selbstbild bereitet mir Probleme.

Oder sollte ich eher sagen: Was mir Probleme bereitet, ist die Tatsache, dass meine Umwelt mich nicht in der Rolle des Führers sieht, sondern des Gescheiterten. Aber es ist ja eine Tatsache: Ich bin bei meinem Versuch, Anhänger beim alten Arbeitgeber zu finden, krass gescheitert. Ich bin krass gescheitert bei dem Versuch, meinem alten Arbeitgeber ein neues Geschäftsmodell vorzuschlagen, das mich selbst zum Produkt gemacht hätte. Jetzt sehe ich mich als ein Produkt, das noch am Markt platziert werden muss, für das sich aber noch ein Anbieter gefunden hat.

Immerhin gibt es noch Hoffnung: Zunächst habe ich beim Hessischen Rundfunk angefragt, ob man mich dort nicht der Welt präsentieren will. Ich könnte mir gut vorstellen, eine eigene Sendung im Radio oder im TV zu moderieren, in der ich Menschen mein Denken erkläre, in der Menschen mir ihr Denken erklären, in der im Dialog Wissen geschaffen und vermittelt wird. Ob ich wohl eine eigene Sendung bekomme? Ich weiß es nicht… Die Chancen stehen vermutlich eher schlecht, aber träumen wird ja wohl erlaubt sein.

Träumen wird ja wohl erlaubt sein: Meine zweite Hoffnung ruht auf der Cocomore AG, die auf LinkedIn eine Stellenanzeige gepostet hat. Gesucht wird ein Future Leader for a New International Venture, und dieser Jobtitel hat mich sehr angesprochen. Sehe ich mich selbst doch in der Rolle des Führers, der in der virtuellen Welt schon viele Erfolge vorzuweisen hat, der jetzt nur noch in der realen Welt erfolgreich werden will und der dafür ein Team braucht.

Das New International Venture, das ich gerne führen würde, ist eine Schule, an der meine Lehren verbreitet werden könnten. Meine Lehren sind viel zu komplex, als dass man sie in einem einzelnen Blogbeitrag aufarbeiten könnte, aber ich denke, in einer Schule könnte ich gut vermitteln, was das Leben mich gelehrt hat.

Zunächst einmal wäre das MSC zu nennen, meine Management-Paradigmen, die ich zu einer Management-Lehre ausgearbeitet habe: Der Grundgedanke des MSC ist, dass zwei Menschen, die in Liebe miteinander verbunden sind, die Welt verändern können – dass sie das aber nicht allein schaffen können, sondern Synergien mit anderen Menschen nutzen müssen. Dieses Konzept habe ich mir im Jahr 2001 ausgedacht, ich habe es in der Welt verbreitet und mit Vertretern aus der freien Wirtschaft diskutiert, und wenn wir jetzt so viele Autokraten in der Welt haben, dann frage ich mich: Welche Blüten hat das MSC hervorgebracht?

Die beste Frau von allen meint zwar, der Einfluss des MSC auf den Lauf der Welt sei eher gering, wahrscheinlich gar nicht messbar – aber ich selbst bin der festen Überzeugung, dass ich eine Kettenreaktion in Gang gesetzt habe, an deren Ende die Welt eine ganz andere war als vorher.

Kettenreaktionen setzte ich ja schon seit 1994/’95 in Gang… und dabei habe ich gelernt, dass die ganze Menschheit eine Einheit ist. Wir stehen alle miteinander in Verbindung, und wenn ein kleiner Wurm vom unteren Ende der Nahrungskette es darauf anlegt, dann kann er globale Veränderungsprozesse anstoßen.

Alles, was der kleine Wurm braucht, ist ein Stift und Briefpapier… am Anfang des globalen Veränderungsprozesses, den ich angestoßen habe, stand ein Brief an Thomas D, in dem ich um Unterstützung bat. Ich habe immer noch keine Bestätigung, dass Thomas D meinen Brief überhaupt gelesen hat, aber seit ich ihn damals, 1995 oder 1996, schrieb, habe ich das Gefühl, dass zwischen Thomas und mir eine Beziehung besteht, dass er mich fördert und unterstützt. Nicht finanziell, wie ich es eigentlich erbeten hatte, sondern spirituell. Was so gesehen unendlich viel wertvoller ist als alles Geld der Welt.

Für den Mechanismus, mit dem ich meinen Einfluss maximiert habe, habe ich ein Wort gefunden: Das Gnomic Power Principle, so nenne ich das Prinzip, dass kleine Worte große Wirkung entfalten können. Und dieses Prinzip habe ich mir auch zunutze gemacht, als ich von 2015 bis 2018 den Itoismus/Globalismus definierte: Ich habe meine Botschaft so breit wie möglich gestreut, um eine Diskussion anzuregen. Die Diskussion fand im virtuellen Raum statt, und es wurde weniger mit mir diskutiert als über mich, aber immerhin gelang es mir, meine Ideen in viele Köpfe einzupflanzen. Und ich gehe davon aus, dass in verschiedenen Gruppen und Kontexten über mich geredet wurde… auch, wenn ich dafür im Moment noch keine Belege liefern kann.

Die Schriften, die ich von 2015 bis 2018 zur Diskussion gestellt habe, habe ich in einem Buch veröffentlicht, das sich bis jetzt so gut wie gar nicht verkauft… Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, das PDF per E-Mail zu verschenken, immer in der Hoffnung, dass sich dadurch Diskussionen ergeben, dass ich auf diesem Weg Mitstreiter finde, die mir helfen, meine Lehren zu verbreiten.

Ich habe viel zu bieten: Neben dem Itoismus/Globalismus, dem MSC und dem Gnomic Power Principle biete ich Kenntnisse in Sozialer Alchemie, Diskursarchitektur und Virtueller Intelligenz an. Zumindest der Begriff der sozialen Alchemie wird auch schon an anderer Stelle diskutiert, virtuelle Intelligenz ist aber für die meisten Menschen auf der Welt reine Science Fiction. Für mich ist virtuelle Intelligenz gelebter Alltag, genauso wie Soziale Alchemie.

Das einzige Problem: Ich habe das Gefühl, es findet immer noch zu viel im Internet statt und viel zu wenig in der realen Welt realer Menschen. Dabei wäre das doch der logische nächste Schritt: Dass ich meine Lehren hinaustrage in die Welt. Aber Corona macht mir im Moment einen Strich durch die Rechnung.

Dabei denke ich, zumindest meine Agora-Theorie verdient Beachtung: Sie besagt, dass wir ein Gegengewicht zu den globalen Märkten brauchen, um die Auswüchse des neoliberalen Kapitalismus zu zähmen: Die globalen Agoren, auf denen Ideen gehandelt werden anstelle von Waren, an denen nicht mit Geld bezahlt wird, sondern mit Respekt.

Im Grunde genommen gibt es schon eine globale Agora, an der Ideen gehandelt werden: Das ganze Internet ist ein globaler Marktplatz, und dieses Blog ist ein kleiner, wenig beachteter Marktstand irgendwo am Rande dieser Agora, hier biete ich meine Gedanken feil für Familie, Freunde und Bekannte, und für den Teil der internationalen Gemeinschaft, der sich auf dieses Blog verirrt. Was ich hier treibe, ist persönliche Breitbandkommunikation, ich exponiere mich für die Welt, und dabei gebe ich doch immer nur einen Teil meiner selbst preis, in der Hoffnung, dass die Welt darauf reagiert. Im Mission Statement habe ich ja schon deutlich gemacht, dass ich darauf hoffe, über dieses Blog auch neue Menschen kennenzulernen – das hat bis jetzt noch nicht stattgefunden, aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Man soll die Hoffnung nie aufgeben… aber ich bin mal wieder kurz davor. Sterben wäre einfacher, so ist dieser Blogbeitrag überschrieben, und wenn ich daran denke, welche Aufgaben ich noch vor mir habe, dann wäre der Tod wirklich die einfachere Lösung im Moment.

Meine Aufgabe ist es, meine Lehre in der Welt zu verbreiten: Der Itoismus/Globalismus stellt eine Alternative zum „alternativlosen“ Kapitalismus dar, und die Agora-Theorie wird es irgendwann ermöglichen, einen „demokratiekonformen Markt“ zu begründen, nachdem die Welt daran scheitert, die Demokratie marktkonform zu gestalten. Ja, ich will die Welt verändern. Und ich weiß: Allein schaffe ich das nicht. Ich bin im Moment auf der Suche nach einem Team, nach einem Netzwerk von Unterstützern. Potentiell Interessierte sind eingeladen, diesen Blogbeitrag zu kommentieren und sich an der Diskussion über meine Zukunft zu beteiligen.

Sterben wäre einfacher. Aber Suizid ist leider auch keine Lösung: Meine Aufgabe ist es wohl, die Welt nachhaltig zu prägen und zu verändern. Aber ich weiß, allein schaffe ich das nicht. Deshalb tat es ja so weh, als Nintendo mich bat zu gehen. Jetzt suche ich ein neues Team – ein Team, das mir hilft, mein „Institut für Management- und Politikberatung“ (oder auch „Institut für Medien- und Politikberatung“) zu gründen und zu wirtschaftlichem Erfolg zu führen. Mal sehen, ob sich ein Team zusammenfindet, mal sehen, ob mein Institut zu einem Erfolg wird. Im Moment bin ich noch – da beißt die Maus keinen Faden ab – ein Einzelkämpfer. Und dieses Blog ist wohl in erster Linie ein Dokument meines fortwährenden Scheiterns.

Sterben wäre einfacher. Aber solange ich noch eine Aufgabe habe, ist der Tod von eigener Hand keine Option. Wer mir helfen will, ist eingeladen zur Kontaktaufnahme – gerne per Kommentar zu diesem Eintrag, gerne auch per E-Mail… Die Adresse, unter der ich zu erreichen bin, findet sich im Impressum.

Ein Gedanke zu „Sterben wäre einfacher“

  1. Hallo Thomas,
    ein paar Gedanken dazu: Du könntest die Idee der Vernetzung und dass kleine Anstöße das ganze Netz beeinflussen können gut mit dem neuesten Trend in der Wissenschaft verbinden: Der Theorie der sog. „Skalenfreien Netzwerke“. Schon früher haben sich Mathematiker über Netzwerke Gedanken gemacht, aber da gab es noch keine Computer und erst recht kein Internet. Daher mussten sie ihre Ideen einfach halten und eine Vereinfachung war, dass jedes Element in einem Netzwerk nur eine kleine maximale Anzahl an Verbindungen zu anderen Elementen haben sollte. Eben eine kleine „Skala“. Aber mit dem Aufkommen des Internets und immer besserer Computer-Hardware hat man in den letzten paar Jahren angefangen, echte Netzwerke in Natur und Technik zu untersuchen und dabei herausgefunden, dass es dort immer „Hubs“ gibt, d.h. zentrale Knotenpunkte, die über viel mehr Verbindungen zu anderen Elementen verfügen als andere. Und dass die Zahl an Verbindungen auch immer weiter wächst. In diesem Sinne sind die echten Netzwerke „skalenfrei“. Und sie haben Eigenschaften, die in den einfachen Netzwerken der alten Mathematiker gar nicht vorkamen. Eine davon nennt sich „small world“ und diese besteht darin, dass jedes Element von jedem anderen über nur ganz wenige Zwischenstationen zu erreichen ist. So kann jeder Mensch jeden anderen über nur sechs Menschen „dazwischen“ erreichen. Und zwischen zwei Neuronen im Gehirn liegen nur maximal zwei andere. Das ist ein zu Deinen Ideen offenbar verwandter Befund, der ähnlich wie der Begriff „Synergie“ auch der Systemtheorie entlehnt ist.
    Was mich bei Deinen Texten persönlich noch stört, ist dieses „Management- und Wirtschafts-Sprech“. Mir als Wissenschaftler ist das fremd. Aber vielleicht kommst Du aus diesem Bereich? Jedenfalls: Wenn in Zukunft nicht mehr das Geld, sondern die Ideen zählen, dann brauchst Du doch auch keine solche Sprache mehr und Du brauchst auch keinen Business-Plan. Deine Ideen sind Dein Kapital.
    Dabei gilt in der neuen weiten Welt des Internets aber auch das „Open Source“-Konzept als besonders erfolgreich. Statt die Ideen für sich zu behalten, setzt man sie um und verteilt die Resultate großzügig frei im Netz. Kommerzieller Erfolg stellt sich – wenn überhaupt – erst danach ein. In diesem Sinne basiert das Internet schon seit seinen frühen Anfängen in den 1960ern auf der Freigiebigkeit von Hippies, denen das freie Teilen von Ideen wichtiger war als Geld. Dass aus einigen von ihnen dann Milliardäre wurden, ist ein Nebeneffekt (ein „Epiphänomen“) und wurde von ihnen so weder bewusst erwartet noch angestrebt.
    Was das Sterben angeht: Ein kluger Kopf, der sich mit ähnlichen „verrückten“ Ideen beschäftigt hat wie ich, hat in seinem Blog (http://tommydark.blogspot.com/) einiges dazu geschrieben. So hat er einmal von einem in den USA berühmten Filmkritiker geträumt und den im VW-Bus seines ehemaligen Nachbarn fahren sehen. Da er sich selbst zum „Dream Art Scientist“ ausgebildet hatte, wusste er, was der Traum bedeutet und hat dem Filmkritiker eine Warnung geschickt, obwohl er ihn nur aus seiner TV-Show kannte: Er schrieb ihm, er hätte so wie sein Nachbar früher wohl einen Endpunkt seines Schaffens erreicht, weil er auf dem bisherigen Weg alles gesagt hatte. Eine mögliche Folge wäre, dass er eine schwere Krankheit bekäme, an der er sterben könne, wenn er nicht eine andere Form fände, sich auszudrücken. Was für eine seltsame Nachricht an einen TV-Star, den man nicht kennt! Aber der wurde kurz darauf tatsächlich schwer krebskrank. So krank, dass man ihm Teile seines Kiefers entfernen musste, so dass er nicht mehr sprechen konnte und seine TV-Show aufgeben musste. Aber er fand das Bloggen als neue Ausdrucksform und er und dieser Blogger mit den seltsamen Träumen wurden enge Freunde. Bis zu dem Tag, als er wieder von ihm träumte und ihn wieder warnte. Da wurde der Filmkritiker ärgerlich und sagte, ihm ginge es sehr gut, auch wenn er in letzter Zeit auf seinem Blog nicht mehr so viel zu sagen hatte. Wenige Tage später starb er. Der Blogger mit den seltsamen Träumen wurde sich dadurch bewusst, dass auch sein Leben endlich war. Seit Jahrzehnten hatte er an einem Manuskript über die Kunst des Träumens gearbeitet. Aber erst jetzt nach dem Tod seines Freundes raffte er sich auf, das Manuskript endlich abzuschließen. Kurze Zeit später starb er. Im Schlaf. Bestimmt in einem Traum. An seinem Geburtstag.
    Was ich damit sagen will: Es macht nicht den Eindruck, als hättest Du schon alles in aller Form zum Ausdruck gebracht, was in Dir steckt. Also wirst Du auch nicht so schnell sterben. Auch wenn’s einfacher wäre. Und wenn sich das richtig anfühlt, was ich sage, dann weißt Du: Dass Du noch länger bei uns bist, so wie ich sage, ist Teil des „Plans“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.