He’s back!

Lange war es still auf diesem Blog… und eigentlich hatte ich mir schon vorgenommen, einen „Abschiedsbrief“ an meine Leserschaft zu schreiben: „Adieu, Welt“, mit diesen Worten hätte der Text beginnen sollen. Aber dann habe ich mich anders entschieden. Vielleicht gibt es ja doch noch etwas zu berichten.

Aber was? Die gute Nachricht zuerst: Aus der Psychiatrie bin ich entlassen! Man hat mir zwar eine chronische Erkrankung attestiert, an der ich für den Rest meines Lebens zu knabbern haben werde, aber das hat man mir ja auch schon vor 25 Jahren gesagt, als ich das erste Mal Bekanntschaft mit den Nervenärzten machte. Insofern also: Nix Neues an der Front.

Die nächste gute Nachricht: Ich habe mein Buch auf den Markt geworfen. Unter diesem Link lässt es sich bei Amazon bestellen. Leider vorläufig nur bei Amazon: Einen richtigen Verlag zu suchen, dafür fehlte mir die Zeit und die Geduld, und mit Ablehnung kann ich nun einmal schlecht umgehen. Irgendwie ist es ja auch schön, dass Amazon einen relativ einfachen Weg zur Verfügung stellt, seine Botschaft an den Leser zu bringen.

Was ist jetzt meine Botschaft? Von 2015 bis 2018 habe ich mit meinen bescheidenen Mitteln Politik gemacht – ich habe Denkschriften verfasst, habe diese Denkschriften mit den Medien und den Parteien geteilt, ich habe mich dabei exponiert und verwundbar gemacht. In anderen Ländern als Deutschland wäre ich für das, was ich geschrieben habe, sicher in den Knast gekommen oder von einem Killerkommando beseitigt worden… In Deutschland aber ließ man mich lange gewähren, so lange, bis der Druck am Arbeitsplatz zu stark wurde – und man mir von der Personalabteilung aus riet, den Weg in die Psychiatrie zu suchen.

In „Der Troll der Republik“ (so der Titel des Buches) präsentiere ich alle Denkschriften und Mails, die ich zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 6. Juni 2018 mit der Öffentlichkeit zur Diskussion geteilt habe – in der Hoffnung, dass sich viele Leser finden, die mir helfen, Sinn in die ganze Angelegenheit zu bringen.

Denn das ist es ja, was mich quasi um den Verstand gebracht hat: Ich sah in der realen Welt Hinweise, dass mein Wirken in der virtuellen Welt reale Konsequenzen hatte – und zwar weit über mein persönliches Umfeld hinaus. Ich sah in der realen Welt, dass meine Worte den politischen Diskurs der Republik mitgeprägt haben – so ersann ich meine eigenen Wissenschaften, die Diskursarchitektur und die soziale Alchemie, die aber so lange als nur fiktionale Wissenschaften gelten müssen, wie die wissenschaftliche Community noch nicht über sie geurteilt hat.

Was ich getan habe? Ich habe die Medien der Republik zu meiner privaten Echokammer gemacht, ich habe die Republik in meine private Selbsthilfegruppe verwandelt – weil ich es konnte! So wurde ich zur Laborratte des HERRN, zu Gottes Universalwerkzeug, zum Leatherman unter den Propheten. Denn ich verkündete ja Gottes Wort, davon war ich fest überzeugt. Und wenn ich ehrlich bin: Ich gehe immer noch davon aus, dass ich Gottes Werkzeug bin, um Frieden in die Welt zu bringen.

Aber mit dieser Aufgabe bin ich allein ein wenig überfordert. Deshalb habe ich mir in den Jahren seit 2018 Verbündete auf den sozialen Medien gesucht, wo man viel schneller und direkter Feedback bekommt als im Kontakt mit den klassischen Medien. Mittlerweile habe ich knapp 20.000 Kontakte auf LinkedIn, auf Facebook habe ich 5.000 Freunde (mehr geht nicht), und diese Freunde und Kontakte geben mir das direkte Feedback, das ich brauche. Manchmal geben sie mir davon sogar etwas zu viel: Ich bekomme Nachrichten von Menschen, die in ärmlichen Verhältnissen leben und um Hilfe bitten – aber ich kann ihnen nicht allen helfen: Mein Leben steht im Moment selbst auf tönernen Füßen, da fällt es schwer, Geld zur Unterstützung nach Nigeria, Uganda, Thailand oder Bangladesh zu schicken.

Vermutlich sollte ich nicht nur eine Schule gründen, sondern auch einen Unterstützerverein für meine unterprivilegierten Freunde: „Freunde von Thomas e.V.“, so sollte der Verein vermutlich heißen. Eigentlich sollte er Brücken schlagen zwischen psychisch Kranken und Gesunden, aber Brücken zwischen Arm und Reich sollten auch möglich sein.

Mein Problem ist einfach: Ich habe zu viele gute Ideen, um sie alle allein in die Tat umzusetzen. Deshalb teile ich ja auch so viele meiner Ideen: Damit andere mit ihrer zupackenden Art diese Ideen in die Tat umsetzen können.

Das habe ich schon in der Vergangenheit getan: „Die wandelnden Götter“ war so eine Idee, die ich in die Welt entlassen habe. Und das MSC war auch so eine Idee, dich ich nich allein realisieren konnte. Ich war schockiert, als ich sah, was die Welt aus meinen Ideen gemacht hat. Deshalb tue ich ja auch Buße, deshalb mache ich mich ja auch im Moment so klein – weil meine großen Ideen um ein Haar die globale Katastrophe ausgelöst hätten. Wenn ich nicht 2015 das Steuer herumgerissen und Verantwortung für mein Handeln übernommen hätte.

Mein Leben ist verpfuscht… anders kann man es nicht sagen. Aber immerhin lebe ich noch! Und das, obwohl ich ernsthaft über Suizid nachgedacht habe in der Klinik. Für den Augenblick sage ich noch nicht „Adieu, Welt“… sondern stelle mich der Verantwortung, die ich auf mich geladen habe. Und lebe mein Leben ganz so, wie es Gott gefällt.

2 Gedanken zu „He’s back!“

  1. Hallo Thomas, gleich vorweg – ich schreibe Dir per Du – wenn das nicht ok ist lass es mich wissen . ( sind uns ja schon bei LinkedIn über den Weg gelaufen , ich bin Achim ) eigentlich Jo… aber da bin ich flexibel . In China , wo ich seit einigen Jahren lebe nennt man mich Achimo , in der Schweiz – dort hab ich etwa 10 Jahre gelebt war ich der Jochaim und so könnt ich noch viele Beispiele nennen , von Jochen bis – aber das ist doch eigentlich wurscht . Haha . bleiben wir bei Achim – da hab ich mich schon gut daran gewöhnt .
    Nachdem ich auf der Suche nach einer Gratisleseprobe Deines Buches auf der KlangdesLichts Seite gelandet bin , den ein und anderen Beitrag gelesen habe und vermutlich noch einige Tage damit verbringen werde mich durch die restlichen Beiträge durchzupflügen – war mir schon klar, dass ich Dir einen Kommentar senden werde . Was aber ehrlich gesagt gar nicht so easy ist zumal die Inhaltliche Vielfalt in Deinen Texten mich erstmal aus der Gegenwart in längst vergessene Zeiten zurück katapultiert hat und ich etwas Mühe hatte mich wieder in den Ist Zustand einzuordnen . Vermutlich könnte das anderen nicht besser ergehen die sich auf Deinen Block verirren , was schlussendlich dann wohl dazu führt , ( und von Dir beanstandet ) dass keine Kommentare abgegeben werden . Vielleicht überfordert , mit sich selbst zu sehr beschäftigt oder schlichtweg erstmal satt . Ich hoffe nicht , dass Du diesem Block den Gnadenstoss gibst – mir persönlich ist das sympathischer wie LinkedIn . Als Jobbörse kann man das ja eh nicht bezeichnen und zwischen Politik und Kaffeekränzchen Klatsch ist es etwas mühsam die Richtung zu finden . Vor Jahren hatte ich schon einmal ein Konto bei LinkedIn allerdings wurde meine e-Mail Adresse gehackt und ich hatte ein ziemliches Chaos . Schlussendlich musste ich alle Kontakte ohne Ausnahme löschen , ebenso meine damalige e-Mail Adresse und fand mich fast verlassen vom Rest der Welt in einem Land dessen Sprache ich nicht kann ( von der Schrift ganz zu schweigen ) wieder . Letztes Jahr ( nach etwa 6 Jahren Abstinenz) hab ich mich dazu durchgerungen bei LinkedIn wieder ein Konto zu eröffnen , alte Kontakte wieder zu beleben und vielleicht dadurch die Möglichkeit zu finden für ein paar Monate zu jobben und meine Haushaltskasse etwas aufzupäppeln . Zum besseren Verständnis, ich hab mich 2014 aus diesem System verabschiedet , meine berufliche Karriere selbst beendet und mich wichtigerem zugeordnet – mir selbst ! Ich lebe von den Ersparnissen meiner fetten Jahre , hab 2014 in China geheiratet , schöne ( Eigentums) Wohnung keine Schulden . Eigentum in Klammern deshalb weil es ebenso wie alles andere vergänglich ist und auch nur eine selbstvorgetäuschte , bedingte Sicherheit bietet . Ok . Zurück zum anvisierten Job , der auch tatsächlich zugesagt wurde . Ab März 2020 bis August , 6 Monate in der Schweiz – Halleluja – und dann kam Corona . Einen Tag vor Abflug am 23. Februar hab ich meinen Flug storniert – im Nachhinein die richtige Entscheidung im Bezug auf die Entwicklung dieser „Viruskrise“ in Europa wo ich jetzt ( trotz meinem deutschen Pass ) eigentlich heimatlos festhängen würde und auf Grund geltender Maßnahmen nicht mal zurück könnte nach China . Klar die Optionen waren verlockend und die 6 Monate Schweiz hätten mir einen ordentlichen Zustupf gebracht der für die nächsten 5 Jahre in China ausgereicht hätte . Aber wie gesagt , ich komm ganz gut so über die Runden und kann nicht klagen . Nächster Sprung – zurück zum Anfang meines Kommentars – genau das passiert wenn man sich in Deine Texte hineinließt , man findet sich selbst darin und in dem Moment machen die meisten einen Rückzieher ( maximal ein „gefällt mir“ ) aber bloß nichts von sich preisgeben weder von vergangenem noch von irgendwelchen heimlichen Zukunftsvisionen und schon gar nicht vom jetzt . Wie Du selbst sagst – und ich hol da etwas weiter aus – das ganze System ist krank – und die , die sich daran festkrallen sind mindestens genau so schuld am Untergang wie diejenigen die in ihrer Profitgierig selbiges fördern . Spielregeln – keine ! Verlierer – Mensch ! Schönen Gruß, Achim

    1. Mensch, Achim…
      Vielen Dank für deinen langen, sehr persönlichen Kommentar – er öffnet mir das Herz! Es freut mich, dass ich doch noch gelesen werde, und wenn sich ein Mensch mir so weit öffnet wie du, dann ist meine Mission noch nicht verloren. Weiß gar nicht, wie ich auf deine Geschichte antworten soll, nur so viel: Das System ist schon ziemlich krank, deshalb habe ich ja meine Änderungsvorschläge eingebracht. Aber so ein System zu ändern, das dauert schon seine Zeit… Ich bleibe also wohl noch eine Weile am Ball. Dir einen lieben Gruß, und auch viel Spaß mit den weiteren Texten auf http://www.klangdeslichts.de!

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