Helden wie wir (Teil II)

Oh Mann, da habe ich mich ja wieder weit aus dem Fenster gelehnt! In meinem vorletzten Text schreibe ich mal wieder viel über meine aktuelle Situation, meine Pläne für die Zukunft und meine Ideen für ein Buchprojekt sowie die Transformation meiner aktuellen Arbeitsstätte in ein „Zukunftslabor für die gesamte Menschheit“… und ein Teil der Leserschaft saß wohl an den Endgeräten, las meine Ankündigungen und dachte sich nur leise: WTF?!

Nun kann ich das ja irgendwo verstehen: Mitte Oktober war mein Zustand eher kritisch-angespannt, da konnte ich vielleicht nicht ganz so deutlich machen, worum es mir eigentlich ging – und immer noch geht – mit meinem aktuellen Geheimprojekt, das ich mit dem Namen „Next“ versehen habe und dessen Erfolg – so wurde mir gesagt – im Moment auf tönernen Füßen steht. Aber es ist nun einmal eine Tatsache: 23 Jahre habe ich darauf verwendet, aus meiner Psyche eine Waffe zu schmieden, oder besser gesagt, meine Psyche zu einem Werkzeug umzuformen, das sowohl zum Guten wie auch zum weniger Guten eingesetzt werden kann. Und in den letzten drei Jahren habe ich viel Energie darauf verwendet, diese Waffe, dieses Werkzeug, für die gute Sache einzusetzen. Oder besser: für eine Sache, die ich für mich selbst als „gut“ definiere, als „sinnvoll und richtig“.

Da mein Zustand letzten Monat kritisch war, mag mancher Leser fragen: Wie ist mein Zustand jetzt? Die kurze Antwort lautet: Besser. Inzwischen erhalte ich nicht nur ambulante Behandlung meiner diversen Symptome, sondern bin stationär in Behandlung und habe so die Möglichkeit, mich von Überlastung, Selbstzweifeln und diversen kleinen und großen Traumata zu befreien. Nur, wenn ich sage: „Ich bin hier, um zu heilen“, dann wird der Chefarzt etwas ungehalten und meint: „Das Heilen überlassen Sie mal uns. Sie sind hier, um geheilt zu werden.“

Dabei ist es doch eine Tatsache: Der Patient oder die Patientin muss ja nicht nur Geduld aufbringen, wie der lateinische Wortursprung verrät, sondern auch aktiv an der eigenen Heilung mitarbeiten, seine oder ihre Selbstheilungskräfte aktivieren. Und das mache ich ja auch nach Kräften. Dass ich nebenbei versuche, auch die Selbstheilungskräfte von Mitpatientinnen und -patienten zu aktivieren, sei hier nur am Rande erwähnt.

Was eigentlich viel wichtiger ist als die Mitwirkungspflicht von Patientinnen und Patienten bei der eigenen Heilung und was ich eigentlich noch loswerden wollte: „Helden wie wir“ war mein vorletzter Text überschrieben, und zwei Gründe gibt es, warum ich diesen Titel wieder wähle.

Der erste Grund: In meinem vorletzten Text hatte ich angedeutet, dass auch ein Foto von Eintracht-Legende Charly Körbel und mir existiert – leider hatte ich aber ganz versäumt, dieses Foto hochzuladen. Das möchte ich dann hiermit nachholen, damit keiner sagen kann, dass ich eventuell etwas versprochen habe, das ich nicht halten kann. So richtig gesprochen haben Charly und ich zwar nicht, und insofern dürfte es ihm gar nicht klar gewesen sein, dass er mit einer echten Legende posiert hat, aber ich denke, das ist schon okay. Vielleicht erreicht ihn ja die Kunde von diesem Blogbeitrag auf die eine oder andere Art, und vielleicht denkt er dann: „Wow! Vielleicht hätte ich doch um ein Autogramm bitten sollen.“

Der zweite Grund: In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich gar nicht erwähnt, dass der Titel eigentlich nur geklaut war. Schon Mitte der 90’er Jahre veröffentlichte Thomas Brussig einen Roman unter dem Titel, der auch diesen und den vorletzten Blogbeitrag ziert. Ich kann mich zwar nicht mehr an alle Details erinnern, weiß aber noch relativ genau, dass dieser Roman mir damals großes Vergnügen bereitet hat – und möchte an dieser Stelle nicht versäumen, dem Herrn Brussig für sein Buch zu danken.

Wieso der Herr Brussig und der Herr Ito sich als „Helden“ bezeichnen, dafür gibt es natürlich gute Gründe: Der Herr Brussig beschreibt in seinem Roman, wie es ihm damals, 1989, gelang, die Mauer zum Einsturz zu bringen, die Deutschland bis zum 9.11. 1989 teilte. In meiner Autobiografie, die ich irgendwann – jetzt aber wirklich, ohne Flachs – in Angriff nehmen werde, geht es darum, wie es mir gelang, den Kapitalismus zu besiegen. Und darum, welche alternative Ideologie für das 21. Jahrhundert und die Zeit danach ich mir ausgedacht habe.

Im Grunde genommen ist schon alles perfekt geplant: „Opus Magnum“ soll eine Kollektion von sieben Bänden sein, in der ich mich und meine Ideen der Welt vorstelle, und wenn alles auch nur halb so gut läuft wie ich es mir im Moment ausmale, wird das Werk irgendwann als „die deutsche Antwort auf Harry Potter“ in die Literaturgeschichte eingehen… oder sogar als „die Fortsetzung des Pentateuch mit anderen Mitteln“? So weit muss man gar nicht ausholen: Das „Opus Magnum“ soll die Welt einfach nur bekannt machen mit der „Diskursarchitektur“ und der „sozialen Alchemie“, den beiden Wissenschaften, die ich für mich selbst begründet habe – und viel wichtiger: Der Welt erst mal meine Person ein wenig näher bringen und erklären, damit die Welt auch verstehen kann, was ich wann, warum und wie geschaffen habe.

Und wenn ich das so schreibe, wenn ich hier ankündige, was ich eben anzukündigen habe, dann denke ich so still bei mir: Da liegt noch eine ganze Menge Arbeit vor mir. Und das alles will ich wirklich schaffen?

Klar will ich. Und ich denke, ich kann’s auch tatsächlich schaffen – immerhin bin ich verrückt genug, an mich selbst zu glauben, und immerhin glaube ich fest daran, dass der Glaube Berge versetzen kann.

Wenn’s am Ende ganz anders kommt oder der Weg zur Veröffentlichung des „Opus Magnum“ eng, verschlungen und von Efeu und Lianen überwuchert sein sollte, dann ist das natürlich auch okay: The pen is mightier than the sword, so hat man schon in alten Zeiten oft gesagt, und mit meinen Worten, die manchmal wie Macheten durch den Dschungel hauen, werde ich mir den Weg schon frei kämpfen können. Das hat mir Shakira implizit schon 2002 versprochen, als sie mir offenbarte, welche unglaubliche Geschichte unter meinen Kleidern steckt. Ich muss die Geschichte einfach nur erzählen, dann wird am Ende alles gut. Zumindest glaube ich ganz fest daran. Dafür, dass sie meinen Glauben festigte, sei Shakira an dieser Stelle offiziell gedankt.

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