Europa – Jetzt auch auf Instagram!

Über Europa hatte ich ja schon vor einiger Zeit einmal geschrieben, und über den #PulseofEurope, der vor allem von Januar bis zur Präsidentschaftswahl in Frankreich laut und deutlich zu vernehmen war. Nun erschien vor einigen Tagen wieder ein Meinungsartikel auf Spiegel Online, der mich an das Thema erinnerte. Und der mir Lust machte, noch einmal ein paar Worte über das Thema zu verlieren…

Worüber genau wollte ich schreiben? Vermutlich über eine Porträtserie unter dem Hashtag #PeopleofEurope, den die ZEIT online schon im Mai in einem kleinen Artikel vorgestellt hatte. Im Grunde geht es bei dieser Porträtserie darum, dass die im Bild gezeigten Menschen in einigen Worten ihre Meinung zur EU vorstellen. Und wenn die ZEIT Porträts veröffentlicht, sieht das in der Praxis etwa so aus:

Irgendwie war es wohl klar, dass ich dieses Projekt über kurz oder lang hier vorstellen musste. Schließlich hat es nicht nur mit Fotografie zu tun, sondern erinnerte mich auch an dieses kleine Projekt, das ich selbst im letzten Jahr angeleiert hatte, aber nicht so professionell angegehen konnte… weshalb es dann auch nicht so die Aufmerksamkeit erlangte, die ich ihm gegönnt hätte.

#wirsinddasvolk The European Union is actually a pretty cool institution: Founded shortly after World War II, this assembly helped enormously to prevent the outbreak of another war for 65 years now. Considering the average interval between major wars in pre-EU Europe, this can actually be called a tremendous success. Today's EU actually totally sucks: It's not about peace and friendship any more, it's just about the money and power-hungry people on the top of the ladder. We should return to being separated, independent nations. Should we really? Or should we try to find a way to get along together well as members of the European family, sharing one common home in Europe? And if we want to achieve this, how could we best do so? I'm really asking myself – and cannot tell for sure. That is why I came up with this little project, asking your opinion: Do we want to save the EU? And if we want to, then how should we best proceed? I am looking forward to your input. #helpsavetheyouthoftheeuropeanunion #hsyeu #lovethyneighbor #wearethepeople #lepeuplecestnous #noisiamoilpopolo #nosostrossomoselpueblo #nóssomosopovo #wijzijnhetvolk

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Die Projektdokumentation hatte ich damals möglichst weit gestreut. Vielleicht habe ich mich deshalb so gefreut, als die ZEIT ein ähnliches Konzept realisierte. Das Einzige, was jetzt noch fehlen würde, wäre eine breitere Beteiligung von Fotografen, die nicht zur ZEIT gehören. Denn es ist ja leider so: Die meisten Fotos, die unter dem genannten Hashtag auf Instagram zu sehen sind, stammen von der Redaktion… obwohl sich natürlich auch schon andere Fotografen auf ihre Art an der Aktion beteiligt haben.

Ich selbst hab’s mir dann auch nicht nehmen lassen, zumindest ein „europäisches Porträt“ auf Instagram zu veröffentlichen – aufgenommen in Dublin, Irland. Da habe ich, aus Deutschland kommend, eine Frau aus Litauen porträtiert. Ich fand’s irgendwie symbolisch für Europa und konnte dementsprechend auch einen passenden, „europäischen“ Text dazu schreiben.

Meine Frage an die Welt wäre jetzt: Wer von den Menschen, die bereits von mir porträtiert wurden, hat eigentlich eine dezidierte Meinung zu Europa und würde die auch mal auf Instagram äußern wollen? Grundsätzlich denke ich nämlich, dass die Diskussion, die seit dem Brexit über die Zukunft der Europäischen Union geführt wird, wichtig ist. Und dass sich deshalb so viele Leute wie möglich daran beteiligen sollten. Und wenn die Diskussion nicht nur von professionellen Meinungsagenten geführt wird, sondern auch von Bürgern, die in Form von Statements auf Instagram ihre Meinung zu Europa in die Debatte einspeisen: Ja, wieso denn nicht? „Demokratie lebt vom Mitmachen“, hat man ja früher gern gesagt, und soziale Netze sind bei allem, was man über die Qualität des Diskurses sagen kann, vor allem auch ein wunderbares Mitmach-Tool. Es käme halt nur darauf an, dass man es auch nutzt, um seine Meinung mal zu Protokoll zu geben.

Ich denke, man darf auf jeden Fall gespannt sein, in welche Richtung sich das Projekt der ZEIT in den nächsten Monaten noch entwickeln mag.

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