The Ultra Panavision Project

Sicher kann sich noch der eine oder andere an „The Hateful Eight“ erinnern, den Tarantino-Western, der im Januar 2016 in die deutschen Kinos kam. Einer der Gründe, warum dieser Film mich so nachhaltig beeindruckte, war ohne Frage das Format, in dem er aufgenommen war: Während die meisten Kinofilme im Format 2,35:1 oder 2,55:1 auf die Leinwand kommen, wird hier das ultrabreite Ultra Panavision 70 verwendet, die Bilder sind noch einmal sehr viel breiter als in „normalen“ Kinofilmen. Durch die offene Blende entstand dabei eine wunderbare Schärfentiefe. Und diese Wucht hat mich im Kino nachhaltig beeindruckt. So entstand in meinem Kopf der Plan, selbst mal Porträts im Panorama-Format 1:2,76 aufzunehmen. Vorher waren allerdings Tests angesagt: Grundsätzlich ist es zwar gar nicht so schwer, mehrere Fotos am Rechner zu einem Panorama-Bild zusammenrechnen zu lassen. Trotzdem wollte ich erst mal am „unbelebten Objekt“ üben, bevor mir das erste Mal ein Modell ihr Gesicht (und noch viel mehr: ihre Zeit) für dieses Projekt leihen sollte.

Ende März war es dann so weit. An einem schönen Freitagnachmittag traf ich mich mit Marisa im Kölner Rheinauhafen, um zum ersten Mal Breitbild-Porträts aufzunehmen. Wir machten jeweils fünf bis sechs Hochformat-Fotos, die ich dann am PC „zusammengerechnet“ und auf das passende Format zurechtgeschnitten habe.

Ein Nachmittag am Harry-Blum-Platz

Am nächsten Tag war dann ich mit Yasmin und Rico im Brühler Schlosspark verabredet, um noch ein paar Panorama-Porträts aufzunehmen. Diesmal kam allerdings nicht das Weitwinkel-Objektiv vom Vortag zum Einsatz. Schließlich wollte ich wissen, ob auch eine Porträt-Brennweite für mein „Ultra Panavision Project“ genutzt werden kann. Und siehe da, es funktionierte: Auch mit einem 50mm-Objektiv kann man klasse Panorama-Portäts aufnehmen.

Rico und Yasmin im Wald am Brühler Schloss

Im Juni konnte ich das Konzept dann noch einmal in Bilder umsetzen – diesmal wieder mit einem 24mm-Objektiv, das ich diesmal allerdings im Querformat eingesetzt habe. Die Erkenntnis dieses Tests: Auch aus drei bescheidenen Aufnahmen kann man ein ordentliches Panorama-Porträt basteln. Natürlich habe ich auch bei diesem Versuch wieder ein Stativ eingesetzt, grundsätzlich sollten Panavision-Porträts im Querformat aber wohl auch im Freihand-Modus gelingen.

Früh am Morgen sind die Straßen frei.

Ab Juli letzten Jahres geriet die Menschenfotografie bei mir leider etwas aus dem Fokus, deshalb habe ich dieses kleine Projekt nach dem letzten Shoot mit Silvana nicht weiter verfolgt. Aber als ich mir die Bilder vom letzten Jahr vor ein paar Tagen nochmal angeschaut habe, da kribbelte es schon wieder in den Fingern… und vielleicht ergibt sich ja dieses Jahr sogar noch das eine oder andere Mal eine Gelegenheit, weitere Arbeiten zu dieser Serie zu erstellen.

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